Organisch Düngen Anwendung und Tipps

Pflanzen organisch Düngen ? Veganen Bio- Dünger verwenden oder selbst herstellen


Üppige Blumenpracht ist der Klassiker für Balkon- und Hobbygärtner, um sich die warmen Jahreszeiten visuell zu versüßen. Aber auch den Anbau von Gemüse und Obst auf dem Balkon oder Terrasse wird immer beliebter. Deutschland ist im Eigenversorgerrausch. Ziemlich verständlich nach jüngsten Nachrichten über chemisch überdüngte Böden und den massiven Einsatz von Glyphosat und anderer Pestizide.

Die Konsumenten legen wieder verstärkt wert auf die Herkunft und Anbaubedingungen ihrer Lebensmittel. Am Sichersten geht man dabei nun mal mit dem Eigenanbau auf dem heimischen Balkon, Terrasse oder im Garten. Man weiß genau wo die Lebensmittel herkommen und wie sie entstanden sind. Natürlich möchten die Wenigsten auf mineralische Dünger oder andere chemische Zusätze zurückgreifen um die beste Ernte einzufahren.

Organische und biologische Düngung heißt das Zauberwort. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen wie Sie Ihre Garten- und Balkonpflanzen ausnahmslos organisch, biologisch und sogar vegan düngen können. Recycling-bewusste Gärtner können sogar ihren eigenen Bio-Müll zu Dünger aufwerten ganz ohne Komposthaufen.


Organischer Volldünger gegen Mineraldünger

Je nach eingesetzter Pflanze benötigt der Boden zur Nährstoffabgabe unterschiedliche Nährstoffe. Wichtig sind dabei besonders die Bodenkernelemente Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K). Aber auch Kalzium und Magnesium übernehmen wichtige Boden und Wachstumsprozesse und sind daher von Nöten. Ob Schwachzehrer extra zugeführte Nährstoffe benötigen hängt von der verwendeten Erde ab (welche Nährstoffe enthalten sind). Bei Starkzehrern wie Tomaten, Paprika, Gurke, Kohl oder Spargel ist eine ausreichende Düngung dagegen Pflicht.

Egal was Ihnen andere Experten empfehlen und wie unschädlich doch gewisse mineralische Dünger sein sollen, für einen biologisch und umweltschonenden Anbau von Pflanzen, speziell Obst und Gemüse empfehlen wir immer einen organischen Dünger zu verwenden. Die Vorteile überwiegen hier ganz klar die Nachteile:

  • Langzeitwirkung: Der Dünger gibt seine Nährstoffe nach und nach und nur wenn benötigt an den Boden ab.

  • Kein Überdüngen: Im Boden sammeln sich keine schädlichen Stoffe, die die Nährstoffaufnahme behindern und das Erdreich vergiften

  • Ungefährlich für Mensch und Tier: Keine Angst vor offener Lagerung und versehentlichem Kontakt

  • Kein Verbrennen: falsch dosierte Mineraldünger verätzen die Wurzeln und Oberflächen der Pflanzen

 

Vegan oder Nicht Vegan: Das ist hier die Frage

Organisch Vegan Düngen

Organische Dünger bestehen fast immer aus tierischen Abfallprodukten wie Hornspänen, Dung, Knochenmehl, Blut, Haaren oder anderen Schlachtabfällen. Der Grund ist einfach, Diese Bestandteile bieten hohe Stickstoff, Phosphor oder Calciumwerte die für einen fruchtbaren Boden und schnelles Wachstum wichtig sind. Außerdem sind sie günstig in Herstellung und Einkauf, da sie bei der Fleischproduktion zwangsläufig mit anfallen.

Das ist jetzt natürlich nicht jedermanns Sache. Gerade Veganer und Rohköstler sind ja nicht auf Eigenversorgung umgestiegen, um dann jede Menge Tierabfälle auf die Beete zu schütten. Es gibt vegane Dünger auf dem Markt, die allerdings nie so nährstoffreich sind wie tierische Dünger und meistens auch nicht zu 100% aus organischen Substanzen bestehen.



100% veganer Bio-Volldünger aus organischen Resten

Das Kompostieren von Organischen Abfällen macht Nährstoffe verfügbar, die dann mit der Komposterde im Boden zum Düngen verwendet werden können. Doch das dauert nicht nur sehr lang, sondern zerstört wiederum durch die Verrottung an der Luft, einen Großteil der ursprünglichen Vitamine und Enzyme, die das Pflanzenwachstum verbessern. Ein Nachdüngen ist daher auch beim Einsatz von Kompost meist Pflicht.

Das Fermentieren mit Effektiven Mikroorganismen erhält die Nährstoffe des Kompost und macht sie für die Pflanzen sehr gut verfügbar. Das ganze nennt man dann Bokashi. Dabei werden die Bio-Abfälle unter Luftausschluss mit einer Mikrobenlösung aus Milchsäurebakterien, Photosynthesebakterien, Hefen und Ferment-aktiven Pilzen "sauer" vergoren. Das ganze funktioniert so ähnlich wie die Sauerkrautherstellung. Das geht nicht nur sehr viel schneller als ein Kompost, sondern ist auch im Endresultat ein vollwertiger Dünger.


Veganen Bokashi Dünger selbst herstellen

Die wichtigste Voraussetzung für die Herstellung von Bokashi-Dünger ist ein anaerober, also luftdichter Behälter, der geöffnet werden kann. Außerdem muss der austretende Saft aus den organischen Abfällen abfließen können. Zur einfachen Herstellung in Haushalt und Garten eignet sich daher ein Bokashi Eimer.

Dieser kann beispielsweise in der Küche aufgestellt werden und wird alle 2-3 Tage mit dem anfallenden Bio-Müll bestückt. Veganer und Rohköstler können so innerhalb von 3-4 Wochen einen 100% veganen Volldünger herstellen und gleichzeitig ihre organischen Abfälle recyclen. Alles zum Thema Bokashi und die Herstellung im Bokashi Eimer erfahren Sie in diesem Beitrag.

Vorteile von Bokashi im Vergleich zum Kompost-Dünger:

  • Nährreiches Ferment reich an Vitaminen und Enzymen
  • Kein Schimmeln, Kein Verrotten der organischen Abfälle
  • Kein Gestank während des Prozesses
  • Kein Umsetzen nötig
  • sehr schnell fertig ( ca. 3-4 Wochen)

Bokashi-Pflanzenflück: organischer Volldünger zum fertigen Einsatz

Das Pflanzenglück von DIMIKRO ist ein fertiges Bokashi Ferment aus Bio-Getreide. Als Volldünger (NPK 1,9 – 0,98 – 1,5) hat es besondere Eigenschaften. Es enthält neben den zu 100% vegan biologischen Inhaltsstoffen auch Zeolith zur Verbesserung der Nahrungsaufnahme der Pflanzen und Huminsäure zum nachhaltigem Humusaufbau.

Das Bokashi-Pflanzenglück bindet die Nährstoffe fest in den Boden ein und gibt es nur ab, wenn es auch benötigt wird. Ein Auswaschen oder Überdüngen ist somit ausgeschlossen.

Bokashi Pflanzenglück 3kg

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5,13 € pro 1 kg

Schafswoll-Düngestäbchen: Langzeitdünger + Wasserspeicher

Die Düngerstäbchen auf Schafswollbasis sind ökologisch hergestellte Pellets aus der Wolle von lebenden Schafen (Nebenprodukte der Saisonscherung). Die Pellets wurden ohne Fremdzusätze und Chemikalien hergestellt und wirken nachhaltig für die Versorgung der Pflanzen.

Der Clou an den Düngestäbchen ist aber nicht nur der hohe Stickstoffanteil, sondern auch die Fähigkeit große Mengen Wasser zu speichern. Die Pellets quellen im Boden bis auf die 3,5-fache Größe auf und bilden somit ein zusätzliches Wasserreservoir für trockene Tage.

Bodenstärkung und bessere Nährstoffaufnahme mit Effektiven Mikroorganismen

Um die organisch, vegane Düngung abzurunden, ein gesundes Bodenmilieu zu schaffen und die Pflanzen zu kräftigen, empfehlen wir zusätzlich den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen. Das ist eine flüssige Mischkultur aus Milchsäurebakterien, Photosynthesebakterien und fermentaktive Pilze, die organisches Material im Boden zerkleinern, Schimmelpilze verdrängen und die Pflanzen kräftigen.

Es unterstützt den organischen Dünger bei der Nährstoffabgabe an die Pflanzen und wirkt wie eine Art Katalysator für den Boden. Die Wurzeln können so besser und schneller auf die Bodennährstoffe zugreifen. Wir empfehlen im Garten ein dunkles Effektive Mikroorganismen Aktiv (EMa) beispielsweise von DIMIKRO zu verwenden. Dies ist eine gebrauchsfertige Lösung direkt für den Bodeneinsatz. EM-Keramikpulver bildet einen idealen Nährboden für die Effektiven Mikroorganismen im Boden und verbessert das Bodenmilieu zusätzlich.

Wenn Sie mehr über die Welt der Effektiven Mikroorganismen erfahren wollen, empfehlen wir unseren umfangreichen Fachbeitrag.

 



Fazit:

Wer auf Tierabfälle aus der Schlachtindustrie oder chemische Mineraldünger verzichten möchte, dem legen wir einen organischen veganen Volldünger ans Herz. Dieser schont die Böden und versorgt Ihre Garten- und Balkonpflanzen trotzdem mit allen wichtigen Nährstoffen für den optimalen Wachstumsprozess. Mit verschiedenen Langzeitdüngern wie dem Bokashi beispielsweise überdüngt man den Boden nicht und liefert ganzjährig wichtige Nährstoffe an die Pflanzen aus. Perfekt für schonendes Bio-Gärtnern

Tipps zur Anwendung

Das Bokashi Ferment (oder Pflanzenglück) ist ein Dünger mit Langzeitwirkung. Das heißt er wird kurz vor dem Bepflanzen der Beete oder Kübeln ausgebracht. Dabei wird das Ferment je nach Erdmenge direkt mit der Erde vermischt oder als Schicht etwa 5 cm entfernt von den Wurzeln vergraben. Zur Düngung von bestehenden Pflanzen wie etwa Rosenbüschen empfehlen wir die Lochmethode. Dabei werden Kreisrund um den Wurzelballen kleine Löcher gegraben in die das Bokashi Ferment dann gestopft wird.

Achtung: Bokashi Ferment besitzt einen sauren pH Wert und sollte daher ca. 7-14 Tage vor dem Setzen der Pflanzen mit Erde vergraben werden. In dieser Zeit neutralisiert sich der pH Wert auf einen normalen Wert. Ansonsten laufen Sie Gefahr die feinen Wurzeln der Setzlinge zu verätzen.





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